Wildlife versus Fiat Ducato

Wie viele von Euch wissen, bin ich mit unserem Womo kürzlich fast liegen geblieben. Der Motor nahm kaum noch Gas an und so schlichen wir mit Tempo 30 über die Landstraße. Dank eines kleinen Kästchens chinesischer Herkunft konnte ich den Fehlerspeicher des Ducato auslesen, Diagnose: AGR (Abgasrückführung) defekt. Für die Fahrt zur Werkstatt wurde die AGR TEMPORÄR!! stillgelegt, die anschließende Reparatur bei einem Kilometerstand von 37.000 km war in meinen Augen eher ungewöhnlich, teuer und ärgerlich. Dank meiner Lieblingswerkstatt und FIAT konnte zumindest der Punkt „teuer“ minimiert werden. Ich fürchtete nur, dass sich der Fehler dank neuer Software und gesteigerter AGR-Taktung zwecks NOx-Reduzierung wiederholen wird. Wer mich kennt, weiß um meine Meinung zu der AGR-Thematik und dessen Pseudo-Luftreinhaltung – aber warten wir es erstmal ab.

Also ging es nach der Werkstatt mit schnurrendem frisch in den Urlaub. Auf der Rückfahrt von Texel fiel mir dann ein etwas unrunder Leerlauf und eine leicht verzögerte Gasannahme auf – AGR, Du wirst doch nicht schon wieder den Geist aufgeben? Allerdings erreichten wir ohne weitere Probleme den heimatlichen Hafen und das Problem geriet in Vergessenheit.

Am nächsten Tag stand ein kleiner Ausflug mit den Jungs im Neo an und siehe da, plötzlich war er wieder da, mein Alptraum AGR. Der Motor ging im Leerlauf fast aus, Gasannahme nur verzögert, maximales Tempo ca. 60km/h. „Lausige Werkstatt“, „verdammte Pseudo-Luftreinhaltegesetze“, Fehler In Allen Teilen“ waren die ersten Gedanken dazu.

Nachdem ich mich auf unserern Stellplatz gerettet hatte, wurde wieder der Fehlerspeicher des Ducato auslesen: P0101 „mass flow meter defect“.

Ok, kein AGR- hm.

Der Luftmasssemesser war schnell gefunden, mein Plan war, ihn auszubauen und zumindest optisch zu inspizieren, um ihn dann ggf. durch ein neues Teil zu ersetzen. Also ans Werk und zunächst den störenden Luftfilterkasten demontieren. Was mir dabei entgegen kam ließ mich ungläubig erstaunen:

Ein keiner Nager hatte sich in den Luffilter verirrt und sich von außen nach innen durchgefressen.

Die fehlenden Schnipsel lagen alle vor dem Luftmassemesser und blockierten dessen Luftzufuhr, was folgerichtig zu einer verminderten Kraftstoffeinspritzung führte und somit die Geschwindigkeit begrenzte. Ich hoffe nur inständig, dass die kleineren Papierfetzen, die durch das Gitter vor dem LMM gesogen wurden, keinen nachhaltigen Schaden im Motor anrichten. Schließlich handelt es sich um einen Dieselmotor und keine Altpapierverwertung 😉 . Morgen wird ein neuer Luftfilter eingebaut, dann wissen wir mehr.

Leider hat es der kleine Nager zwar geschafft, das Womo lahmzulegen, die orkanähnlichen Stürme im Ansaugtrakt haben aber schlussendlich doch gewonnen und das Tier sehr schnell austrocknen lassen.

Fazit:

  1. Als nächste Bastellei wird ein  Gitter vor die Lufteinlassöffnungen gesetzt
  2. Nicht an allem ist Fiat oder die Werkstatt schuld – sorry FIAT 😉
  3. Die Möglichkeit, den Fehlerspeicher auszulesen ist jeden Cent wert. Uns hat die simple und preiswerte Möglichkeit zweimal gerettet! Ohne die eindeutige Fehlermeldung wäre zumindest im zweiten Fall eine stundenlange Suche die Folge gewesen.